Eine Frage der Ehre: Joggerin ohne Einverständnis gefilmt – taff verstößt gegen Kunsturheberrecht

18.04.2018

Am 3. August 2017 stell­te Pro­Sie­ben in sei­nem Bou­le­vard­ma­ga­zin taff die Fra­ge: „Wel­cher Sport­typ bist du?“ Im dazu­ge­hö­ri­gen Bei­trag wur­den ver­schie­de­ne Jog­ging­ty­pen und deren Sport­be­klei­dung vor­ge­stellt. Eine dar­ge­stell­te Jog­ge­rin leg­te anschlie­ßend Beschwer­de ein, da sie kei­ne Ein­wil­li­gung zu den Film­auf­nah­men und deren Aus­strah­lung erteilt hät­te. Die Kom­mis­si­on für Zulas­sung und Auf­sicht (ZAK) der Lan­des­me­di­en­an­stal­ten bean­stan­de­te am 18. April 2018, dass  die ProSiebenSat.1 TV Deutsch­land GmbH mit der Aus­strah­lung der Sen­dung gegen das Kunst­ur­he­ber­ge­setz (KUG) und somit gegen den Rund­funk­staats­ver­trag ver­sto­ßen hat.

 

Keine Einwilligung, keine Aufnahmen: Schutz der persönlichen Ehre gehört zum Programmgrundsatz

Laut § 41 Abs. 1 S. 4 Rund­funk­staats­ver­trag (RStV) i. V. m. § 22 Kunst­ur­he­ber­ge­setz (KUG) darf eine Per­son nicht ohne ihre Ein­wil­li­gung iden­ti­fi­zier­bar abge­bil­det wer­den. Das Recht am eige­nen Bild ist bereits ver­letzt, wenn eine Per­son nur für einen mehr oder min­der gro­ßen Bekann­ten­kreis zu erken­nen ist. Trotz Sport­be­klei­dung wie Schirm­müt­ze und Son­nen­bril­le war die Beschwer­de­füh­re­rin im Fern­seh­bei­trag gut zu iden­ti­fi­zie­ren. Es wur­den zudem Stills und Clo­se-Ups von ver­schie­de­nen Kör­per­stel­len der Jog­ge­rin im Bei­trag ver­wen­det.

 

Die Bean­stan­dung ist inner­halb von sechs Wochen von der zustän­di­gen Medi­en­an­stalt Ber­lin-Bran­den­burg (mabb) umzu­set­zen.

Mehr über die Arbeit der Medi­en­an­stal­ten:
https://www.die-medienanstalten.de/

 

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